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Marktbericht

Der monatliche Blick in den Markt für konventionelle Speiseöle

Diese ausführlichen Marktreports erläutern Ihnen jeden Monat detailliert die Entwicklungen der Märkte für konventionelle Speiseöle inklusive ihrer Hintergründe. Für den Marktbericht werden verschiedene Quellen recherchiert und journalistisch aufbereitet. Diese Reports stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Sie werden von unserem Einkaufsleiter Herr Marco Spinelli verfasst.

Bei Fragen steht er Ihnen gerne zur Verfügung.


Allgemein - Dezember 2020

Die Unsicherheit ist noch in vielen Bereichen hoch. Indonesien hat eine Exportsteuer für Palmöl erhoben. Es scheint, dass sie mit diesen Einnahmen ihr Programm zur Subvention von Biodiesel finanzieren möchten. In Südamerika hat es zwar in einigen Gebieten geregnet, doch noch nicht überall und noch nicht genügend. Trotz allem wird für die Saison 2020/2021 bei den Ölsaaten insgesamt ein Mehrvolumen von ca. 18 Mio To Saaten erwartet, wobei der allergrösste Teil von der Soja kommt. Auch die globale Pressmenge wird zunehmen, so dass die Ölproduktion in dieser Saison um ca. 6 Mio To zunehmen dürfte. Allerdings wird auch der Konsum steigen, so dass die globalen Lager per Ende Saison nur wenig zulegen werden.
Für die weitere Preistendenz werden einige Faktoren verantwortlich sein. Die momentan hohen Preise könnten die Nachfrage eindämmen, einerseits in den Entwicklungsländern und andererseits auch in China, wo die Lager nun ziemlich voll sind. Auch die Pandemie wird eine wichtige Rolle spielen. Wie gut wirken die Impfstoffe, das heisst kann das Virus (besser) kontrolliert werden uns verbessern sich dadurch die Wirtschaftsaussichten? Des Weiteren wird auch die Nachfrage aus dem Biodieselbereich einen grossen Einfluss haben. Können die staatlich subventionierten Programme auch tatsächlich umgesetzt werden oder müssen Anpassungen vorgenommen werden?

Kontakt

Marco Spinelli

Direktor Einkauf & Supply Chain


Sonnenblumenöl und High Oleic Sonnenblumenöl

Tendenz Sonnenblumenöl: stabil
Tendenz High Oleic: stabil

In Russland und der Ukraine sind die Felder nun mehrheitlich geerntet worden. Die letzten Schätzungen scheinen sich nun zu bestätigen, das heisst die noch schlimmeren Befürchtungen sind nicht eingetreten.

Die globale Ernte der Saison 2020/2021 wird leicht über 50 Mio To Saaten liegen (Vorjahr ca. 56 Mio To). Der weltweite Verbrauch wird leicht darüber liegen, so dass die Bestände etwas abnehmen werden.

In der EU wird in dieser Saison die Ölproduktion auf knapp über 3 Mio To geschätzt. Dies sind ca. 0.5 Mio To weniger als in der Vorsaison. Da die Verfügbarkeit weltweit knapper geworden ist, wird aber auch der Import der EU um ca. diese Menge tiefer ausfallen. Dieses verknappte Angebot hat somit bewirkt, dass die Preise derart stark gestiegen sind. Umgekehrt ist jedoch auch ersichtlich, dass die im Vergleich zu den anderen Pflanzenölen deutlich überteuerten Sonnenblumenöl-Notierungen dazu geführt haben, dass die Nachfrage generell nachgelassen hat.

Eine überraschende Meldung kommt aus Russland, wo die Regierung beschlossen hat, per Januar 2021 eine Exportsteuer zu erheben. Allerdings beschränkt sich diese Steuer auf die Saaten und nicht auf das Öl. Es scheint, dass die Regierung die einheimische Industrie schützen und die Verarbeitung im Lande behalten möchte. Jedoch hat sich diese Massnahme (bisher?) nicht gross auf die Notierungen ausgewirkt.


Beim High Oleic Sonnenblumenöl ist die Prämie stabil geblieben. Deshalb folgt das High Oleic momentan der Tendenz des konventionellen Sonnenblumenöls.

Rapsöl

Tendenz: stabil-steigend

Aus Kanada kommen Meldungen, wonach die bisherigen Ernteerwartungen nicht ganz erfüllt werden können. Mit noch ca. 19.3 Mio To Saaten liegt die Schätzung nun ca. 0.5 Mio To tiefer als noch vor wenigen Wochen. Dieses Manko kann jedoch durch Australien wettgemacht werden. Somit bleibt die globale Schätzung für die Saison 2020/2021 auf ca. 63 Mio To Saaten bestehen (Vorjahr ca. 61.5 Mio To). Der weltweite Verbrauch wird jedoch um mehr als 1 Mio To höher ausfallen als die geernteten Mengen, was einen starken Lagerabbau zur Folge haben wird.
Zwischen China und Kanada scheint sich eine Lösung im (Handels-)Konflikt abzuzeichnen. Dies würde bedeuten, dass China wieder im grösseren Umfang Saaten aus Kanada importieren kann. Dies ist für die EU wesentlich, denn das würde eine Entlastung auf die Nachfrage der australischen Ware bringen. Auf Grund der GVO-Problematik kann die EU nur sehr beschränkt Saaten aus Kanada beziehen.
Die Nachfrage aus dem Energiesektor (Biodiesel) ist noch immer relativ schwach. Sollte allerdings der Impfstoff gegen die Pandemie gute Resultate erzielen, könnte sich die Wirtschaft schneller erholen und dadurch könnte der Energiebedarf bald wieder zunehmen.

Erdnussöl

Tendenz: stabil

Die guten Aussichten in den USA scheinen sich nicht vollumfänglich zu bestätigen wie ursprünglich erhofft. Auch in Indien haben die Überschwemmungen offensichtlich einen etwas grösseren Schaden verursacht. Somit ist die globale Ernteerwartung leicht nach unten korrigiert worden. Mit insgesamt ca. 32.5 Mio To Nüssen wird es in der Saison 2020/2021 jedoch trotz allem ein Rekordjahr geben (Vorjahr ca. 31 Mio To). Dementsprechend dürfte auch ein höheres Ölvolumen zu erwarten sein.
Gegen Ende der letzten Saison hat China nochmals sehr viel importiert, vor allem ganze Erdnüsse. Zu Beginn der neuen Saison, ab ca. Oktober 2020, hingegen ist die Nachfrage deutlich zurückgegangen. Einerseits dürften die chinesischen Lager nun gut gefüllt sein, andererseits aber wird kaum mehr Ware auf dem Weltmarkt gehandelt. Auch aus Argentinien gibt es sehr wenig Angebote, denn auf Grund der starken, inländischen Inflation lagern die argentinischen Farmer auch bei den Erdnüssen noch immer grosse Mengen auf ihren Feldern.
In Afrika hat nun die Feldarbeit begonnen, um die Ernte einzuholen. Nach wie vor kann mit grundsätzlich guten Erträgen gerechnet werden, doch noch immer ist unklar, welche Mengen vom jeweiligen Staat zum Verkauf freigegeben werden. Eigentlich sollte nun demnächst die afrikanische Ware auf dem Weltmarkt angeboten werden.